Beschwerden in den Wechseljahren

Vor den Wechseljahren

Im gebärfähigen Alter steuern verschiedene Hormone den Zyklus der Frau. Dabei schüttet die Hypophyse bestimmte Hormone aus (FSH,LH), die sich stimulierend auf die Eierstöcke auswirken. Dort sorgen sie für die Eireifung und aktivieren die Östrogenproduktion. 

Unter dem Einfluss des Östrogens baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf. Der Östrogenspiegel steigt immer weiter, bis er in der Zyklusmitte sein Maximum erreicht hat, was zum Eisprung führt. Nach dem Eisprung sinkt die Östrogenproduktion der Eierstöcke wieder ab.

Stattdessen steigt jetzt die Progesteronproduktion. Progesteron bereitet die Gebärmutter auf die mögliche Einnistung eines befruchteten Eies vor.
Kommt es zu keiner Befruchtung, geht das Ei zugrunde und die Progesteronproduktion fällt ebenfalls ab. Letzteres ist für die Gebärmutter das Signal, dass kein befruchtetes Ei mehr eintreffen wird. Sie stösst daraufhin die aufgebaute Schleimhaut ab und es kommt zur Monatsblutung.

In den Wechseljahren

In den Wechseljahren ändert sich diese Situation. Die fruchtbare Zeit der Frau geht zu Ende und die Eierstöcke stellen langsam ihre Tätigkeit ein.
Ihre Empfindlichkeit gegenüber der stimulierenden Wirkung der Hypohphsenhormone nimmt langsam ab. Die Hypophyse schüttet daraufhin immer mehr ihrer stimulierenden Hormone aus, doch die Eierstöcke reagieren anfangs immer schwächer und bald gar nicht mehr darauf. Es kommt immer seltener zum Eisprung. Auch bilden die Eierstöcke immer weniger Hormone. Zunächst reduzieren sie die Progesteronproduktion (was schon ab Mitte 30 der Fall sein kann), später auch die Bildung von Östrogen.

Wenn die Progesteronbildung früher oder später nachlässt als die Östrogenbildung, entsteht eine Östrogendominanz. Das Progesteron-Östrogen-Verhältnis kommt aus dem Gleichgewicht. Da sich beide Hormone aber gegenseitig brauchen, um ideal wirken zu können, ist dieses Missverhältnis eine der Hauptursachen für viele Wechseljahrbeschwerden (und auch für viele Beschwerden des so genannten Prämenstruellen Syndroms PMS, wenn eine Östrogendominanz schon während der fruchtbaren Zeit einer Frau besteht). 

Die schulmedizinische hormonelle Behandlung der Wechseljahre sieht insbesondere die Verordnung vn Östrogenen vor. Das Progesteron wird jedoch meist sträflich vernachlässigt (oder in synthetischer Form verordnet, die anders als natürliches Progesteron wirkt). Eine solche Behandlung kann dann zwar für Frauen mit einem tatsächlichen Östrogenmangel hilfreich sein, für Frauen mit Östrogendominanz ist sie es jedoch nicht, sondern verstärkt hier die Östrogendominanz noch zusätzlich.

Die ersten Anzeichen der beginnenden Wechseljahre sind unregelmäßige oder verkürzte Zyklen und stärkere Blutungen. Bald darauf können einzelne oder mehrere der folgenden Beschwerden auftreten:
  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen 
  • Trockene Schleimhäute in der Scheide, den Atemwegen, der Blase, etc.
  • Trockene dünne Haut, die plötzlich rasch zu altern scheint und stärker zu Faltenbildung neigt
  • Übergewicht, obwohl die Frau nicht mehr isst und sich nicht weniger bewegt als zuvor
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Depressionen, Angstzustände
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsmangel
  • Harnträufeln (beim Lachen, Niesen, Husten gehen Urintröpfchen ab)
  • Gebärmuttersenkung
  • Haarausfall
  • Gelenk-und Muskelschmerzen
  • Osteoporose
  • Höheres Risiko für Herz-und Kreislauferkrankungen
  • Damenbart
Da manche Symptome (z.B. Hitzewallungen) sowohl bei einem Progesteronmangel als auch bei einem Östrogenmangel auftreten können, wäre es ideal, wenn die betreffende Frau wüsste, ob sie an einem Progesteronmangel oder einem Östrogenmangel leidet. 

Wird nämlich bei einem Östrogenmangel natürliches Progesteron eingesetzt oder umgekehrt, dann können sich die Beschwerden intensivieren - aber nicht immer. Da Progesteron auch in Östrogene umgewandelt werden kann und ausserdem die Östrogenrezeptoren sensibilisiert (sodass Östrogen infolgedessen effektiver wirkt), kann eine Progesterongabe manchmal auch einen Östrogenmangel ausgleichen helfen. 

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